Das ändert sich im Jahr 2018

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Jeden Monat gibt es neue Gesetze, die die Arbeit von Betrieben und Verbrauchern beeinflussen. Besonders viele Änderungen gab es zum Jahreswechsel 2018, etwa bei der Betriebsrente, dem Werkvertragsrecht und dem Mindestlohn. Einige Gesetze treten sofort in Kraft, einige erst im Laufe des Jahres. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Betriebsrente wird seit Januar 2018 gestärkt

Die Betriebsrente ist die älteste Zusatzversorgung im Alter, aber gerade in kleinen Unternehmen nicht ausreichend verbreitet. Damit sich das ändert, ist am 1. Januar 2018 das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten.
Es soll dazu beitragen, Betriebsrenten insbesondere in kleinen Betrieben attraktiver und stärker zu verankern und damit Geringverdiener vor Altersarmut schützen. Geplant ist unter anderem eine steuerliche Förderung als Anreiz für Geringverdiener. Arbeitgeber erhalten einen direkten Steuerzuschuss von 30 Prozent, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2.200 Euro brutto eine Betriebsrente anbieten. Dafür müssen sie Beiträge zahlen – zwischen 240 bis 480 Euro jährlich.

 

Neues Werkvertragsrecht gilt seit Januar 2018

Eine wichtige Änderung 2018 für alle Betriebe der Baubranche. Seit dem 1. Januar 2018 gilt das neue Werkvertragsrecht für alle Werkverträge, die ab dem diesem Datum geschlossen werden. Es wird damit an die Besonderheiten des Bauvertrags angepasst. Das Ergebnis ist die größte Reform des Werkvertragsrecht seit dem über 120-jährigen Bestehen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). In die neuen §§ 631 ff. BGB wurden insbesondere verschiedene Regelungen explizit für den Bau- bzw. Verbraucherbauvertrag aufgenommen. Aber auch der Architekten- und Bauträgervertrag wird gesetzlich neu geregelt.

 


Änderungen beim Mutterschutzgesetz ab Januar 2018

Das neue Mutterschutzgesetz ist zum Teil schon 2017 in Kraft getreten. Das hier sind die Änderungen beim Mutterschutz, die seit Januar 2018 gelten.


Die Schutzfrist von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes gilt künftig auch für Schülerinnen und Studentinnen. Sie sollen in dieser Zeit von Pflichtveranstaltungen befreit sein.


Um den Arbeitsschutz zu verbessern, sollen Arbeitgeber künftig für jeden Arbeitsplatz eine anlassunabhängige Gefährdungsbeurteilung – also egal, wer dort arbeitet und ob eine Mitarbeiterin schwanger ist – vornehmen. Jeder Arbeitsplatz soll daraufhin überprüft werden, ob hier besondere Schutzbedürfnisse für schwangere oder stillende Frauen bestehen.


Zusätzlich werden vertiefte Gefährdungsbeurteilungen für den individuellen Arbeitsplatz der betreffenden Mitarbeiterin vorgeschrieben. Bislang galt das nur für Arbeitsplätze, an denen mit möglicherweise belastenden chemischen, biologischen oder physikalischen Stoffen gearbeitet wird. Bis die Gefährdungsbeurteilung erfolgt ist, sollen schwangere Frauen nicht mehr arbeiten müssen.


Als weitere Änderung sieht das Gesetz ein allgemeines Beschäftigungsverbot für werdende Mütter vor, die Arbeiten in einem vorgegebenen Zeittempo erledigen sollen. Die vorherigen Regelungen schlossen die Beschäftigung von Schwangeren nur für Fließband- und Akkordarbeit aus und erlaubten somit das Arbeiten in einem langsamen vorgegebenen Zeittakt.


Neu ist auch, dass die Regelungen zur Mehr-und Nacharbeit branchenunabhängig gefasst wird, dass Frauen mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung der Arbeitszeit bekommen und dass Betriebe durch einen neuen Ausschuss für Mutterschutz bei der Umsetzung des Mutterschutzgesetzes beraten werden. Auch für Frauen, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleben, gilt künftig ein Kündigungsschutz. Zudem wird die Mutterschutzfrist nach der Geburt von acht auf zwölf Wochen verlängert, wenn eine Frau ein Kind mit Behinderung zur Welt bringt.

 

 

Änderungen 2018 bei der Kassennachschau: Unangemeldete Prüfung seit Januar 2018

Seit 1. Januar 2018 ist eine unangemeldete Kassennachschau, bei der die Finanzämter Betriebe ohne Ankündigung während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeit unter die Lupe nehmen können, möglich. Bis dahin sollten Betriebe ihre steuerliche Kassenführung auf Vordermann gebracht haben.

 

 

Ab Oktober 2018 E-Vergabe für öffentliche Ausschreibung

Diese Änderung 2018 dürfte vor allem kleine Betriebe freuen. In Deutschland wird ab Oktober 2018 eine elektronische Vergabe bei europaweiten Vergaben zur Pflicht. Danach dürfen andere als elektronische Angebote, Teilnahmeanträge, Interessensbekundungen und Interessensbestätigungen (ganz minimale Ausnahmen) nicht mehr entgegengenommen beziehungsweise im Vergabeverfahren berücksichtigt werden. Auch kleine Betriebe können sich für die Aufträge von Bund, Ländern und Kommunen bewerben.

 

 

Änderungen 2018: Neue Grenzen für geringwertigen Wirtschaftsgüter seit 1. Januar 2018 

Zum 1. Januar wurden die Grenzen für geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) angehoben. Danach ergeben sich für den Sofortabzug für GWG folgende Höchstwerte.

NettopreisUmsatzsteuerBruttopreis
800,00 Euro152,00 Euro (19 Prozent Umsatzsteuer)952,00 Euro

800,00 Euro

56,00 Euro (7 Prozent Umsatzsteuer)856,00 Euro

 

 

Mindestlohn: Seit 2018 keine Ausnahmen mehr 

Seit Januar 2018 gilt der gesetzliche Mindestlohn ausnahmslos in allen Branchen. Im Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 galt eine Übergangsfrist für Betriebe, um diese Regelung umzusetzen.


Hintergrund: Grundsätzlich geht der gesetzliche Mindestlohn auch Tarifverträgen vor, soweit Tariflöhne den gesetzlichen Mindestlohn unterschreiten. Bis 31. Dezember 2017 sind jedoch tarifliche Abweichungen auf der Grundlage des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes und des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zulässig. Seit dem 1. Januar 2018 gilt dann ausnahmslos in allen Branchen der gesetzliche, gegebenenfalls durch die Mindestlohnkommission erhöhte Mindestlohn ohne jede Einschränkung. Tarifverträge, die unter dem Mindestlohn liegen, sind dann nicht mehr zulässig.

 

 

Höherer Mindestlohn für Beschäftigte im Elektrohandwerk 2018

Das Elektrohandwerk beschäftigt etwa 41.500 Menschen. Für sie gilt ein allgemeinverbindlicher Mindestlohn. Zum 1. August 2016 wurde er erhöht und ist seitdem weiter gestiegen. Auch zum 1. Januar 2018 können sich die Elektriker über mehr Geld freuen.


Seit 1. August 2016 liegt der Mindestlohn für das Elektrohandwerk bei 9,85 Euro (Ost) bzw. 10,35 Euro (West). Für die kommenden Jahre sind weitere Anstiege geplant:

 

  • seit 1. Januar 2017: 10,40 Euro Ost (und Berlin) bzw. 10,65 Euro West
  • seit 1. Januar 2018: bundeseinheitlich 10,95 Euro
  • ab 1. Januar 2019: bundeseinheitlich 11,40 Euro

 


Höherer Mindestlohn im Baugewerbe 2018

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände der Bau-Branche haben sich auf einen neuen Bau-Mindestlohn geeinigt. Nach der Einigung steigt der Mindestlohn für Hilfsarbeiter nun von Januar 2018 bis März 2019 in zwei Schritten auf 12,20 Euro, was nach Angaben der Arbeitgeber einer jährlichen Erhöhung von rund vier Prozent entspricht. Für Facharbeiter klettert die Untergrenze in Westdeutschland um rund 1,7 Prozent pro Jahr auf 15,20 Euro, in Berlin auf 15,05 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis Ende 2019.

 

 

Höherer Mindestlohn im Gebäudereiniger-Handwerk 2018

Der tarifliche Mindestlohn im Gebäudereinigerhandwerk ist zum 1. Januar 2018 gestiegen: im Westen von 10,00 auf 10,30 Euro und im Osten von 9,05 auf 9,55 Euro. In den Jahren darauf folgen weitere Schritte zur Anpassung. Ab 1. Dezember 2020 sollen dann in Ost und West mindestens 10,80 Euro je Stunde gezahlt werden.

 

 

Neuer Mindestlohn 2 für Dachdecker seit 2018

Das Dachdeckerhandwerk hat einen neuen Mindestlohn 2. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt haben sich auf eine bundeseinheitliche Lohnuntergrenze für Facharbeiter geeinigt.

 


Erwerbsminderungsrente zum 1. Januar 2018 gestiegen

Die Erwerbsminderungsrenten lagen 2016 bei voller Erwerbsminderung zwischen 704 und 792 Euro im Monat. Die Teilerwerbsminderungsrente lag zwischen 366 und 438 Euro im Schnitt im Monat. Doch das hat sich seit dem 1. Januar 2018 geändert.


Wer künftig von Erwerbsminderung betroffen ist, wird schrittweise bis 2024 eine durchschnittlich bis zu sieben Prozent höhere Erwerbsminderungsrente erhalten. Dabei sollen all jene, die schon in jungen Jahren ihren Beruf nicht mehr voll ausüben können, bei der Rente so behandelt werden, als wären sie bis zum Alter von 65 Jahren voll erwerbstätig gewesen sein. Diese Zurechnungszeit wurde zuletzt 2014 von 60 auf 62 Jahre erhöht und steigt demnach nun von 62 auf 65 Jahre.

 

 

Ost-West Rentenangleichung kommt

Ab 2025 gilt bundesweit ein einheitliches Rentenrecht. Die Renten in Ost- und Westdeutschland werden in sieben Schritten angeglichen. Im ersten Schritt wird der Rentenwert Ost ab dem 1. Juli 2018 auf 95,8 Prozent des Westwertes gehoben, in den darauffolgenden Jahren um jeweils 0,7 Prozent. Zum 1. Juli 2024 beträgt der Rentenwert Ost dann 100 Prozent des Rentenwertes West.

 

 

Zuschuss für Heiztechnik: Was sich 2018 beim Antrag ändert

Wer sich seit dem 1. Januar 2018 eine neue Heizung installieren lässt, kann auch weiterhin die staatliche Förderung über das sogenannte Marktanreizprogramm nutzen und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss zu den Kosten bekommen. Die Voraussetzung: die Heizungsanlage wird mit erneuerbaren Energien betrieben.


Eigenheimbesitzer müssen, um den BAFA-Zuschuss seit dem 1. Januar 2018 zu erhalten, den Förderantrag stellen, bevor sie den Handwerker beauftragen

 

Quelle: dhz (www.deutsche-handwerks-zeitung.de)

 

 

 
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