Meister für ihr Lebenswerk geehrt

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Günter Gottwald ist Kraftfahrzeugtechniker und noch im eigenen Betrieb auch tätig. Bettina Pfeiffer vom Vorstand der Handwerkskammer und Jens Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, überreichten den goldenen Meisterbrief.

Mitte September lud die Handwerkskammer Halle zur Altmeisterfeier ins Dormero Kongress- und Kulturzentrum nach Halle ein. 63 Meister erhielten zum 50-jährigen und 29 Meister zum 60-jährigen Meisterjubiläum den goldenen bzw. den diamantenen Meisterbrief. Drei Meister wurden sogar für das seltene 65. Meisterjubiläum geehrt. Vom Vorstand der Handwerkskammer Halle gratulierten die Vizepräsidenten Michael Gipser und Reimar Dudy sowie Bettina Pfeiffer.

Gipser würdigte in seiner Festrede das Lebenswerk der Altmeister. „95 Meisterinnen und Meister verkörpern eine immense Summe an Wissen und praktischem Können. Sie stehen mit Ihrem Lebenswerk für ein Potenzial an Erfahrung, an herausragender Leistung im Dienste unseres Landes“, sprach der Vize die Altmeister direkt an.

Raumausstatter-Meister Helmut Kaczmarek aus Eisleben, Bäckermeister Horst Ulitzsch aus Halle und Tischlermeister Heinz Ziemann aus Arnstein haben vor 65 Jahren ihren Meister gemacht. „Herr Ziemann ist mit 94 Jahren zugleich auch der älteste Handwerksmeister in diesem Kreis und man höre und staune noch immer in seinem Unternehmen aktiv“, sagte Michael Gipser. „Da kann ich nur anmerken – als Holzfachmann weiß er, wie man alt wie ein Baum werden kann. Sein Unternehmen blickt übrigens auf eine 163 Tradition zurück.“

Gesellschaftliche Wertschätzung ist zu gering

Gipser nutzte seine Rede nicht nur, um die Altmeister gebührend zu würdigen sondern auch für einen Blick in die Gegenwart. Diese ist wirtschaftlich gut, dennoch bereitet der immense Nachwuchsmangel den Handwerksbetrieben große Sorgen. Eine Ursache für fehlende Fachkräfte ist die geringe Wertschätzung innerhalb der Gesellschaft.

 

Günter Gottwald kann diese Einschätzung nur bestätigen. Der Kraftfahrzeugmeister aus Jessen (Elster), der vor fünfzig Jahren seinen Meisterbrief erhielt, ist im eigenen Unternehmen selbst noch tätig. Der 76-Jährige führt in seinem Autohaus selbst Berufsorientierung mit Schülern durch. Und selbst bei solchen Aktionen kam es schon vor, dass sich Lehrer negativ über handwerkliche Berufe geäußert hätten. Nach dem Motto: Wer will sich heute noch die Hände schmutzig machen. Aber auch an anderer Stelle fehle die Wertschätzung. „Wir sind bei Politikern die Letzten in ihrer Bewertung“, so der Unternehmer aus Jessen. Gottwald nutzte ein Gespräch mit Journalisten während der Altmeisterfeier, um so auch seine Idee zu äußern, wie die Bedeutung des Handwerks gesteigert werden könnte. „Handwerker und Gewerbetreibende sollten politisch aktiv werden“, sagt der Altmeister, der sich selbst engagiert.

 

Bäckermeister Eckhard Boltze sieht die Entwicklung im Ausbildungssystem kritisch. Der Teutschenthaler bemängelt, dass es den Abschluss des Teilfacharbeiters nicht mehr gibt. Schüler, die nach der achten bzw. neunten Klasse die Schule verließen, konnten in der DDR eine Ausbildung absolvieren, die ein Jahr länger als üblich dauerte. „Die Teilfacharbeiter sind gute Fachkräfte geworden“, sagt Boltze, der den diamantenen Meisterbrief von der Handwerkskammer entgegennahm.

 

Eine Familie, zwei Meisterbriefe

Zu den vielen Besonderheiten der Altmeisterfeier gehörte die Übergabe von zwei Meisterbriefen an eine Familie aus Helbra. Gerhard Bischoff erhielt den goldenen, sein Sohn Martin den silbernen Meisterbrief – 25 Jahre nach seinem Vater machte der Sohn seinen Elektromeister. „Das war kurz nach der Wende und ich war der Jüngste in der Meisterklasse“, erinnert sich Martin Bischoff an seine Meisterausbildung.

Altmeisterfeier 2019: Sie haben 1959 bzw. 1969 Ihren Handwerksmeistertitel erworben? Dann melden Sie sich bei Heidemarie Haberland und seien Sie bei der Altmeisterfeier 2019 dabei:

Heidemarie Haberland
Mitarbeiterin Kundenkommunikation, Archiv
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hhaberland@hwkhalle.de
Anschrift:
Handwerkskammer Halle (Saale) - Hauptsitz
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