Fähiger Mitarbeiter, aber kein Berufsabschluss?

Handwerkskammer startet Verfahren zur Anerkennung von Berufskenntnissen

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Wer typische Tätigkeiten eines Malers und Lackierers beherrscht, kann sich diese bei der Handwerkskammer Halle zertifizieren lassen. Foto: www.amh-online.de

Im Betriebsalltag ist es keine Seltenheit: Ein Mitarbeiter arbeitet seit Jahren in einem bestimmten Bereich, ist aber in diesen einmal irgendwie hineingerutscht, obwohl seine Qualifikation eine ganz andere ist. Oft sind diese Kollegen mit viel Erfahrung sehr wertvoll für das Unternehmen, haben aber nichts in der Hand, um außerhalb der Firma offiziell alle ihre Fähigkeiten vorweisen zu können. Ähnlich geht es auch vielen Migranten und Geflüchteten mit im Ausland erworbenen Fachkenntnissen – vor allem denen, die keine Papiere besitzen, die beweisen, dass sie über einen Berufsabschluss verfügen. Diesen Personen bietet die Handwerkskammer Halle seit Anfang des Jahres für ausgewählte Berufe das Verfahren ValiKom Transfer an, um diese Kompetenzen zertifizieren zu lassen.

Was ist ValiKom Transfer?

ValiKom steht für die Validierung nicht formal erworbener, berufsrelevanter Kompetenzen. Seit diesem Jahr bieten bundesweit 30 Kammern an, berufliche Kompetenzen in der Praxis bewerten zu lassen – darunter 11 Handwerkskammern, 17 Industrie- und Handelskammern und 2 Landwirtschaftskammern. Wer umfassende Tätigkeiten beherrscht, kann diese beruflichen Kompetenzen im Rahmen des Verfahrens von Berufsexperten bewerten lassen. Nach einem erfolgreichen Bewertungsverfahren erstellt die Kammer ein Zertifikat, das eine teilweise oder vollständige Gleichwertigkeit der beruflichen Kompetenzen mit einem Referenzberuf bestätigt. Ob alle oder nur ein Teil der Tätigkeitsfelder des Referenzberufes zertifiziert werden sollen, entscheiden die Teilnehmenden selbst. 

 

Validierungsverfahren für folgende Berufe

  • Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Metallbauer
  • Friseur
  • Maler und Lackierer

Verfahren für weitere Berufe werden gerade entwickelt.

 

„Mit den Interessenten wird in einem Informationsgespräch geklärt, ob das Verfahren für sie geeignet ist, die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind und welcher Referenzberuf den beruflichen Kompetenzen am besten entspricht. Wir erläutern das Verfahren und unterstützen bei der Erstellung der Antragsunterlagen“, erklärt Ulrike Thomas, Mitarbeiterin der Handwerkskammer Halle und zuständig für das Projekt ValiKom Transfer. „Die eingereichten Unterlagen werden von dem Teilnehmer mit einem geschulten Berufsexperten besprochen und die möglichen Tätigkeitsbereiche für die Fremdbewertung festgelegt. Im Rahmen der Fremdbewertung muss der Teilnehmer seine beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten bei der Bewältigung von Praxisaufgaben in jedem Teilbereich des Berufes beweisen. Ein schriftlicher Prüfungsteil gehört nicht zum Verfahren. Das erforderliche theoretische Wissen wird beim Praxistest abgefragt.“ Wer erfolgreich gezeigt hat, was er kann, erhält das Zertifikat, das bestätigt, dass der Teilnehmer einige oder bestenfalls alle Tätigkeitsbereiche eines bestimmten Berufes beherrscht. Damit werden die fachlichen Kompetenzen für den Arbeitsmarkt glaubwürdig sichtbar gemacht.

 

Bis Oktober 2021 wird das Verfahren aus Projektmitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und ist für die Teilnehmer kostenfrei. Sie müssen lediglich eventuell anfallende Kosten für Anreise, Übernachtung, Dienstausfall oder Ähnliches selbst tragen.

Ansprechpartnerin

Portrait von Ulrike Thomas
Ulrike Thomas
Mitarbeiterin Projekt ValiKom Transfer
0345 2999-211 oder 0172 3633511
uthomas@hwkhalle.de
Anschrift:
Handwerkskammer Halle (Saale) - Hauptsitz
Gräfestraße 24 ,
06110 Halle (Saale)

Telefax: 0345 2999-301
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