Medienkampagne gegen Schwarzarbeit

„Viele ehrliche Betriebe müssen die Zeche der Schwarzarbeiter mitbezahlen“

Die Handwerkskammern Halle und Magdeburg gingen im Jahr 2013 gemeinsam gegen Schwarzarbeit vor. Mit einer Medienoffensive sollte die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt für das Thema sensibilisiert werden. „Ziel unserer Kampagne ist es vor allem, deutlich die Folgen von Schwarzarbeit darzustellen, die uns alle treffen“, sagt Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle. „Wir wollen deutlich machen, dass die vielen ehrlichen Betriebe die Zeche der Schwarzarbeiter zum Beispiel in der Rentenkasse mitbezahlen müssen, was mehr als nur ungerecht ist.“ Mit Spots und Sondersendungen im Radio, Faltblättern und weiteren Informationsmaterial wird auf die sozialschädlichen Auswirkungen der Schwarzarbeit aufmerksam gemacht. Das Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt fördert finanziell die Kampagne der beiden Kammern.

 

Einzelne Komponenten der Kampagne

  • Im Herbst 2013 wurde die Bevölkerung in Magdeburg und Halle (Saale) auf die Sozialschädlichkeit von Schwarzarbeit, die verteilt wurden, aufmerksam gemacht.
  • Im halleschen Bahnhof hingen Plakate aus, die das Problem Schwarzarbeit thematisierten.
  • Radio Brocken: Beiträge zu Schwarzarbeit (September 2013): Themen sind „Sozialer Kahlschlag“, „Keine Gewährleistung bei Schwarzarbeit“ und „Steuerliche Absetzbarkeit bei Handwerksleistungen“.
  • Radio SAW: Bis Ende 2013 wird in Radiospots auf die Nachteile der Schwarzarbeit hingewiesen.


Radiospot gegen Schwarzarbeit  

Viele Gründe gegen Schwarzarbeit

  • Schwarzarbeit schädigt das Gemeinwesen ganz erheblich.
  • Sie verursacht Steuerausfälle und belastet die Sozialkassen.
  • Reguläre Arbeitsplätze gehen verloren und ehrliche Unternehmer werden in ihrer Existenz bedroht.
  • Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hält fest, dass 600.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, wenn nur 60 bis 70 Prozent des Schwarzarbeitsvolumens durch legale Arbeit ersetzt werden würde.

 

Wer Schwarzarbeit leistet oder beauftragt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 300.000 Euro geahndet werden kann. Steuerhinterziehung, das Nichtabführen von Sozialversicherungsbeiträgen oder das Erschleichen von Sozialleistungen sind Straftaten, die mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden können. Unter Schwarzarbeit fallen eine Vielzahl von Handwerksleistungen nach Feierabend bis zu hauptberuflicher illegaler Erwerbstätigkeit unter Umgehung des Steuer-, Sozialversicherungs-, Wettbewerbs- und Handwerksrechts.

 

Nachteile für Auftragnehmer

  • Schwarzarbeiter können sich nicht gegen verursachte Schäden versichern.
  • Unternehmern, denen Schwarzarbeit nachgewiesen wird, droht der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.
  • Schwarzarbeiter sind nicht sozialversichert, d.h. sie haben keine Krankenversicherung, Rentenansprüche werden nicht erworben und sie sind nicht gegen Arbeitsunfähigkeit versichert.

 

Nachteile für Auftraggeber

  • Verträge mit Schwarzarbeitern sind verboten und damit auch nichtig.
  • Gewährleistungsansprüche gegen Schwarzarbeiter können nicht durchgesetzt werden.
  • Es droht die Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern.
  • Ohne Handwerkerrechnung kann kein Steuerbonus geltend gemacht werden.

 

Melden Sie Schwarzarbeit!

Helfen Sie Schwarzarbeit aufzudecken. Wenn Sie Schwarzarbeit vermuten, schauen Sie nicht weg, sondern informieren Sie die Ordnungsbehörden oder wenden Sie sich an die zuständige Handwerkskammer. Zum erfolgreichen Nachweis der Schwarzarbeit werden die folgenden Angaben benötigt:

  • Angaben zur Person oder der Firma und möglicher Nebenbeteiligter
  • Beschreibung der Tat sowie die Angaben zu Zeit und Ort des vermuteten Delikts
  • Benennung von Beweismitteln (Zeugen und/oder Urkunden)

Die Meldung von Schwarzarbeit kann anonym erfolgen.

online_seit 27. November 2013, aktualisiert_am 20. April 2016

 
 

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