Beste Meister 2024: Installateur- und Heizungsbauermeister Christopher Bulitz

Christopher Bulitz ist Installateur- und Heizungsbaumeister aus Zerbst. Der heute 34-Jährige träumte schon als Kind von diesem Beruf und folgt damit dem Beispiel seines Vaters.

Christopher Bulitz vor seinem Firmenwagen
HWK Halle

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Als Kind wollte ich wie mein Vater Klempner werden. In der Schule habe ich auch meine Praktika als Anlagenmechaniker gemacht.

Warum war der Beruf des Anlagenmechanikers genau der richtige für Sie?

Ich hatte zuerst eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker gemacht. Da stand ich viel an Maschinen und habe irgendwann gemerkt, dass ich lieber praktischer arbeiten will. Deshalb bin ich zurück zu meinem Wunschberuf. Hier fühle ich mich erfüllter, bin nicht jeden Tag am selben Ort. Als Anlagenmechaniker arbeite ich mit den Händen, kreiere etwas.

Warum haben Sie sich für die Meisterausbildung entschieden?

Ich wollte den Betrieb übernehmen und mehr Verantwortung tragen. Nachdem ich meinen Wunschberuf zwei Jahre ausgeübt hatte, war klar, dass der Meister der richtige Schritt ist.

Was hat Ihnen besonders an Ihrer Zeit in der Meisterschule gefallen?

Der Zusammenhalt in der Klasse war besonders, wie eine Familie. Nach der Schule haben wir uns noch auf dem Parkplatz unterhalten, am Wochenende gemeinsam gelernt.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen herausragenden Handwerksmeister aus?

Ein Meister muss fachlich und sozial kompetent sein. Offen zu sein für Fortschritt ist wichtig, neue Technologien, Werkzeuge, Verbindungstechniken.

Gibt es ein berufliches Projekt oder eine Arbeit, auf die Sie besonders stolz sind?

Ja, besonders bei Notfalleinsätzen, wie im Winter mit Totalausfall der Heizung, bei einer Familie mit kleinen Kindern, von anderen Firmen wochenlang vertröstet. Ich habe die Therme allein eingebaut und der Familie sofort geholfen. Auch große Projekte wie eine Fernwärmestation für einen Wohnblock mit vier Eingängen – in zwei Tagen aufgebaut, trotz schwerer Bauteile, alter Rohrsysteme und engen Treppen. Da kann man schon sagen: Hut ab.

Welche Ratschläge würden Sie jungen Menschen geben, die eine Karriere im Handwerk anstreben?

Wartet nicht zu lange – das Handwerk ist kein Notnagel, sondern ein Berufsfeld mit Zukunft. Und nicht so schnell aufgeben! Auch wenn’s mal zwei Wochen richtig stressig ist. Am Ende seht ihr, was ihr geschafft habt. Das macht stolz und bringt euch weiter.

Gab es seit Ihrer Meisterausbildung neue Aufgaben oder Verantwortlichkeiten für Sie in Ihrem Unternehmen?

Ich bin seit diesem Jahr Mitgeschäftsführer mit meinem Vater. Das war notwendig, um z. B. Gas- oder Wasserscheine beantragen zu können und mehr Verantwortung zu übernehmen.

Wo sehen Sie sich beruflich in zehn Jahren?

Ich hoffe, wir sind dann ein größeres Team auf der Baustelle. Aber dafür muss die Auftragslage stimmen. Ziel ist, dass mein Vater sich nach und nach zurückziehen kann – und ich übernehme.

Wem wollen Sie für die Unterstützung während der Meisterschule danken – und warum?

Ganz klar meinem Vater – er hat das finanziert und möglich gemacht. Auch meiner Freundin, die mir den Rücken freigehalten hat, der Firma meiner Stiefmutter und der SHK-Klasse für den tollen Zusammenhalt.