Handwerk in Portrait Gebäckmanufaktur FRIWI setzt Butterkekse ins Rampenlicht

Stolberger FRIWI-Werk überzeugt seine Kunden und eine Wettbewerbsjury.

Herzlich Glückwunsch! Der Familienbetrieb FRIWI von Robert Witte und Nadja Witte siegte im Wettbewerb Kulinarischer Stern.
Handwerkskammer Halle

Herzlich Glückwunsch! Der Familienbetrieb FRIWI von Robert Witte und Nadja Witte siegte im Wettbewerb Kulinarischer Stern.

Seit 1891 prägt die Gebäckmanufaktur FRIWI das Städtchen Stolberg im Südharz. Der Handwerksbetrieb, der von Friedrich Wilhelm Witte gegründet wurde, passt sich wunderbar in den Ort ein, der durch seine mittelalterliche Struktur und Architektur nicht nur vielen Sachsen-Anhaltern ein Begriff ist. Wer den Verkaufsraum des FRIWI-Werkes im denkmalgeschützten Fachwerkhaus betritt, ahnt vielleicht nicht, dass nur wenige Schritte entfernt die Produktion des Dauergebäcks und die Backstube der Konditorei zu finden sind. In diesem Jahr erhielt das Unternehmen den Kulinarischen Stern für das Gebäck Butter-Rotella.

Mein Urgroßvater entwickelte in den dreißiger Jahren das Rezept für Rotella. Es war das Lieblingsgebäck meines Großvaters, der im letzten Jahr verstarb.

Robert Witte

Über die DHZ erfuhr Robert Witte, der seit anderthalb Jahren im Familienbetrieb mitarbeitet, über den Wettbewerb Kulinarischer Stern. Das Handwerksunternehmen mit rund 35 Mitarbeitern bewarb sich erstmals und belegte auf Anhieb Platz 1 in der Kategorie Süßwaren und Snacks. „Mein Urgroßvater entwickelte in den dreißiger Jahren das Rezept für Rotella. Es war das Lieblingsgebäck meines Großvaters, der im letzten Jahr verstarb“, so der 27-Jährige. Und Mutter Nadja Witte, die den Betrieb leitet, ergänzt: „Wir nutzen für Rotella wenige und einfache Rohstoffe, die wir regional kaufen wie den Zucker aus Könnern und das Mehl aus Thale“. Nicht nur die Jury des Wettbewerbs überzeugt der Betrieb FRIWI mit seinem Gebäck. Der Keks Rotella ist ein Dauerbrenner bei den Kunden. Dank des Kulinarischen Sterns ist er nun stärker nachgefragt.

Gebäck nicht nur im Harz bekannt

Das Unternehmen vertreibt seine Dauerbackwaren waren nicht nur lokal im Harz etwa auf Regionalmärkten sondern über zwei Supermarktketten auch in anderen Regionen Sachsen-Anhalts. Gerade die Torten der Konditorei können Touristen in Hotels und Ausflugslokalen der Umgebung wie etwa am Josephskreuz genießen. Auch über den Onlineshop bestellen Kunden Gebäck, gerade zur Weihnachtszeit. Und wirklich: Beim Rundgang durch die Produktionsräume grüßen freundlich zwei Mitarbeiterinnen, die kaum sichtbar hinter Kisten Pakete packen.

Die Gebäckmanufaktur FRIWI stellt in der Konditorei eigene Torten her.

Die Gebäckmanufaktur FRIWI stellt in der Konditorei eigene Torten her.
Handwerkskammer Halle

Gerade in der zweiten Jahreshälfte, insbesondere in der (Vor)Weihnachtszeit gehen viele Bestellungen ein. FRIWI bietet zahlreiche Weihnachtsklassiker wie Stollen, Lebkuchen, Printen und Spekulatius. „Wir setzen den Teig für Lebkuchen im Januar, spätestens im Februar an, denn er muss zunächst drei bis vier Monate lagern“, sagt Nadja Witte. Dann beginnt erst der Herstellungsprozess. Auch wenn viele Rezepte Tradition haben, geht das Familienunternehmen auch mit der Zeit und dem Geschmack. „Wir haben Ingwer-Mandel-Printen entwickelt. Sie sind ein großer Erfolg“, erzählt Nadja Witte stolz.

Wir waren der erste Betrieb, der den Antrag bei der Treuhand gestellt hatte. Dann folgten drei Jahre Kampf.

Nadja Witte

Das Familienunternehmen erlebte im Laufe der Zeit auch schwere Zeiten. Die Verstaatlichungswelle 1972 der DDR, in der fast 12.000 kleine und mittelständische Unternehmen in sogenannte volkseigene Betriebe umgewandelt wurden, traf auch FRIWI. Der Betrieb wurde als VEB Feingebäcke in die staatliche Lebensmittelindustrie eingebunden, die Familie Witte war zwischen 1979 bis 1990 nicht im Unternehmen tätig. Das änderte sich nach 1990. Gemeinsam mit ihrem Vater Ludwig Witte kümmerte sich Nadja Witte um die Reprivatisierung. „Wir waren der erste Betrieb, der den Antrag bei der Treuhand gestellt hatte. Dann folgten drei Jahre Kampf“, erinnert sich die 60-jährige Betriebsinhaberin.

Robert Witte zeigt die Walzen für die Gebäckproduktion. Eine Walze stammt noch aus den dreißiger Jahren und ist noch funktionstüchtig.

Robert Witte zeigt die Walzen für die Gebäckproduktion. Eine Walze stammt noch aus den dreißiger Jahren und ist noch funktionstüchtig.
Handwerkskammer Halle

Aber die Mühe lohnt sich – bis heute. Mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen muss auch FRIWI seit einigen Jahren kalkulieren. „Wir müssen die Kosten an die Kunden weitergeben. Aber wir stellen Dauerbackwaren ohne Qualitätseinbußen und mit viel Handarbeit her“, sagt Robert Witte. „Wir haben ein gesundes Preis-Leistungsverhältnis: Unsere Produkte sind ihre Preise wert“, ist Nadja Witte überzeugt. Und der Erfolg der leckeren Torten und Gebäckwaren gibt ihr Recht.

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