Beste Meister 2024 Jason Grossenbacher

Jason Grossenbacher ist der beste Tischlermeister 2024. Eigentlich wollte der 27-jährige aus Neunkirch immer Dachdecker werden, entdeckte jedoch in einem Auslandsjahr den Tischlerberuf für sich.

privat

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Dachdecker. Nach der Schule habe ich direkt eine Ausbildung zum Dachdecker gestartet, habe aber die Lehre dann aufgegeben.

Wie sind Sie dann auf den Beruf Tischler gestoßen?

Fürs Studium wollte ich mein Abitur nachholen und ging dafür in die französische Schweiz, um Französisch zu lernen. Dort arbeitete ich in der Tischlerei meiner Gastfamilie – so entdeckte ich meine Begeisterung für den Beruf und machte später die Ausbildung in meiner Heimat in Neukirch.

Warum haben Sie sich für die Meisterausbildung entschieden?

Ich habe in Halle angefangen zu arbeiten, da meine Frau hier studiert hat. Es hat zeitlich gut gepasst, und ich habe den Meister gemacht. Ich hatte mich dafür entschieden, da meine Frau und ich überlegt haben, ins Ausland zu gehen. Unsere Überlegung war: Wenn wir auswandern und uns ein Standbein aufbauen wollen, wäre es gut, den Meister in der Tasche zu haben, um zu wissen, wie man eine Firma aufbaut und führt.

Wollen Sie noch ins Ausland gehen?

Jetzt gerade sind die Pläne aufs Eis gelegt. Aber ich merke, dass ich den Meister für andere Dinge gebrauchen kann. Ich habe im Laufe der Zeit, in der ich den Meister gemacht habe, den Wunsch entwickelt, etwas zu tun, womit ich Menschen dabei unterstützen kann, ins berufliche Leben hineinzufinden. Ich kenne das von mir: Ich hatte einen langen Weg, bis ich wusste, was ich wirklich machen möchte. Eine abgeschlossene Ausbildung ist eine gute Grundlage, die einem niemand nehmen kann.

Sie sind zu Ihrem Ausbildungsbetrieb nun zurückgekehrt. Haben Sie eine Perspektive, dort auszubilden?

Ja, sehr wahrscheinlich. Noch gibt es einen Meister, aber wenn dieser in den Ruhestand geht, werde ich zukünftig ausbilden können. Zusätzlich arbeite ich derzeit bei einem Hilfswerk, das Menschen unterstützt, den beruflichen Einstieg zu finden. Das macht mir gerade ziemlich viel Spaß. Längerfristig ist geplant, dass ich im Hilfswerk eine Werkstatt aufbaue und junge Menschen auf eine handwerkliche Ausbildung vorbereite.

Wenn Sie an die Zeit in der Meisterschule zurückdenken: Was hat Ihnen am meisten gefallen?

Die Gemeinschaft mit den anderen Meisterschülern. Man spürte: Alle haben Lust auf den Beruf. Das war eine ganz andere Atmosphäre als etwa zur Schulzeit, wo man wenig motiviert war.

Jeder baut ein Meisterstück, das ein Unikat ist.

Jason Grossenbacher

Welche Herausforderungen mussten Sie während Ihrer Meisterausbildung bewältigen?

Das Meisterstück war die größte Herausforderung, das hatte man vorher nie gemacht. Man plant jedes Detail durch, tüftelt, überdenkt alles. Jeder baut ein Meisterstück, das ein Unikat ist.

Was haben Sie gebaut?

Ich habe unser Ehebett mit einfahrbaren Nachtschränkchen und einem Rattangeflecht als Rückenlehne, die auch ein Eyecatcher ist, gebaut.

Welche Ratschläge würden jungen Menschen geben, die eine Karriere im Handwerk anstreben?

Man sollte stolz auf seine Arbeit sein – auch wenn Anerkennung und Bezahlung oft nicht im Gleichgewicht stehen. Wer liebt, was er tut, sollte dranbleiben. Das Handwerk ist fordernd und teils rau, doch mit Offenheit und Durchhaltevermögen kann man Chancen wie die Meisterausbildung nutzen.

Möchten Sie jemand für die Unterstützung während der Meisterausbildung danken?

Ich habe den Meisterkurs in Vollzeit absolviert und durfte mein Meisterstück im Betrieb meines damaligen Chefs in Halle anfertigen. Dafür danke ich ihm herzlich – auch für seine Unterstützung in dieser Zeit.

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