Beste Meister 2024 René Debes

Herzlichen Glückwunsch: René Debes ist bester geprüfter Betriebswirt nach der Handwerksordnung.

HWKHalle

Was war als Kind Ihr Traumberuf?

Ich wollte schon immer einen handwerklichen Beruf in Richtung Kraftfahrzeugtechnik, Nutzfahrzeuge und Land- und Baumaschinen erlernen. Auch Fahrzeuglackierer und eine Ausbildung im Bereich Instandhaltung kamen für mich infrage. Ich habe unzählige Bewerbungen geschrieben, da es damals noch sehr schwierig war, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu finden, obwohl ich nicht das schlechteste Zeugnis hatte. Ein Unternehmen in Köthen, an das ich jedoch die erste Bewerbung geschrieben hatte, hat mir nach einem zweitägigen Probearbeiten sofort einen Ausbildungsvertrag angeboten.

Sie haben erst eine Meisterausbildung zum Kraftfahrzeugtechnikermeister absolviert und dann eine Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt.

Ja, meinen Meister wollte ich eigentlich direkt nach meiner Ausbildung schon machen. Im damaligen Unternehmen war das jedoch nicht erwünscht, sodass ich mich unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte irgendwann umorientierte. In meinem jetzigen Unternehmen war das sofort möglich, also begann ich 2018 mit meiner Fortbildung in Teilzeit jeden Freitag und Samstag. Den geprüften Betriebswirt habe ich direkt im Anschluss 2021 bis 2024 – ebenfalls in Teilzeit – noch drangehangen. Zum einen war das Basiswissen vom Meister noch vorhanden, andererseits habe ich irgendwie auch eine neue Herausforderung gesucht.

Warum ist Ihr Beruf genau der richtige Beruf für Sie?

Beruf bedeutet für mich gleichzeitig Berufung. Dieser sollte sinnerfüllt, abwechslungsreich und ganzheitlich sein. Wir stehen jeden Tag vor neuen Herausforderungen und sind viel unterwegs, knüpfen neue Kontakte. Das unterscheidet sich von anderen Berufen.

Gemeistert habe ich das Ganze durch den Rückhalt der Familie.

René Debes

Welche Herausforderungen mussten Sie während Ihrer Fortbildungen überwinden?

Die größte Herausforderung während der Fortbildung zum Betriebswirt war irgendwann nicht mehr der unzählige Unterrichtsstoff, sondern das gleichzeitige Vereinen mit Arbeit und Privatem – gerade als dann der Umzug ins Haus erfolgte und unser Kind geboren war. Gemeistert habe ich das Ganze durch den Rückhalt der Familie.

Ein Blick in die Glaskugel: Wo sehen Sie sich beruflich in zehn Jahren?

Die Zukunft ist aktuell für meine Begriffe unvorhersehbar. Ich glaube, dass wir in allen Bereichen vor gravierenden Veränderungen stehen und dass sich ein Großteil aller Arbeitnehmer noch einmal umorientieren müssen wird. Viele Berufe werden wegfallen und durch künstliche Intelligenz oder Robotik ergänzt oder gar ersetzt.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen herausragenden Handwerksmeister aus?

Ich glaube, das Wichtigste sind eine stark ausgeprägte Affinität im jeweiligen Gewerk sowie soziale Kompetenzen, wobei das Ganze letztendlich vom gesamten Führungsstil eines Unternehmens abhängig ist. „Wie die Leitung, so die Leistung“.

Welche Ratschläge würden jungen Menschen geben, die eine Karriere im Handwerk anstreben?

Junge Menschen sollen das machen, worin sie Sinn empfinden, worauf sie wirklich „Bock“ haben – und nicht das, was vorgelebt wird. Ich glaube, im Handwerk wird es in den nächsten Jahren eine riesige Angebotslücke geben, sodass der Stellenwert jedes Einzelnen enorm steigen kann. Des Weiteren werden sehr wahrscheinlich andere Berufsgruppen, insbesondere in Büro und Verwaltung, wegfallen und durch künstliche Intelligenz ersetzt werden. Das Handwerk steht aus meiner Sicht grundsätzlich vor goldenen Zeiten, wenn vielleicht auch nicht in allen Branchen.