Aktuelle Konjunkturumfrage Kaum Impulse aus Berlin für die Handwerkswirtschaft

Auch im 3. Quartal 2025 sind die Konjunkturerwartungen im Handwerk unverändert pessimistisch.

Konjunktur Stockbild mit Münzen und Symbolen auf Würfeln
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„Es macht sich Resignation breit, da keine durchgreifenden politischen Impulse gesetzt werden“, sagt Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle. Gegenwärtig verliere die deutsche Wirtschaft rasant an Wettbewerbsfähigkeit – zum einen durch globale Herausforderungen, vor allem aber durch wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen auf der Bundesebene. Hohe Energiekosten, geringe Anreize für Selbständigkeit und überbordende Bürokratie seien dabei nur drei Aspekte.

Zu den Konjunkturzahlen:

Das Handwerk im Kammerbezirk Halle meldete im 3. Quartal 2025 einen Rückgang beim Index der Geschäftslage um drei Indexpunkte auf plus 21. Im Vergleich zum Vorjahr sind es neun Indexpunkte weniger.

Der Index der Geschäftserwartungen für das kommende Quartal sinkt weiter, und die Betriebe werden immer zurückhaltender. Lag der Index der Konjunkturerwartungen im 1. Quartal 2025 noch bei plus 5 und im 2. Quartal bei minus 3, ist er jetzt auf minus 9 gesunken. 27 Prozent der Betriebe erwarten eine schlechtere Geschäftsentwicklung, 12 Prozent eine bessere. In allen Gewerkegruppen überwiegen die „wird schlechter“- Meldungen.

Die Zahl der Beschäftigten (58.000) blieb im 3. Quartal 2025 stabil. Zum Vorjahr ist die Zahl aber um 1.500 Personen gesunken. Im nächsten Quartal wird saisonal mit Rückgängen bei Beschäftigtenzahlen gerechnet. Insbesondere erwarten die Bauhandwerke eine jahreszeitlich bedingte Flaute, so dass rund jeder vierte Betrieb mit einem Rückgang der Mitarbeiterzahlen rechnet.

Für die Monate Juli bis September 2025 meldeten 28 Prozent der Betriebe steigende, 24 Prozent sinkende Umsätze. Die Zahlen zeigen eine große Zurückhaltung bei den Kunden und sind kein Anzeichen für einen Aufschwung. Am besten entwickelten sich die Umsätze in den Bauhaupthandwerken. Die Erwartungen an die Umsatzentwicklung im kommenden Quartal sind negativ.
15 Prozent der Betriebe erwarten steigende, 33 Prozent sinkende Umsätze. Das Übergewicht der pessimistischen Stimmen betrifft alle Gewerkegruppen.

Die Auftragsreichweiten sanken durchschnittlich um 0,5 auf
5,8 Wochen (Vorquartal: 6,3 Wochen, Vorjahr 6,4).

Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe sank leicht auf
80 Prozent (Vorquartal: 81,7 Prozent, Vorjahr: 81,5 Prozent).

Die Anzahl der Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle ist weitgehend stabil. Am 30. September waren 12.885 Handwerksbetriebe eingetragen. Das waren 5 weniger als drei Monate zuvor und 89 Betriebe weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Betriebe in zulassungspflichtigen Handwerken ging im
3. Quartal um 44 zurück, in den letzten 12 Monaten um 313. Dagegen stieg die Zahl der Betriebe in zulassungsfreien Handwerken und in handwerksähnlichen Berufen kontinuierlich an.

Konjunkturumfrage