Konjunkturumfrage, 1. Quartal 2026 Stimmung im Handwerk zeigt krisenhafte Entwicklung

Im 1. Quartal 2026 zeigte die regionale Handwerkskonjunktur eine minimale Verbesserung zum Vorquartal. Eine Frühjahrsbelebung bleibe in diesem Jahr aus, wie Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, konstatiert.

Grafik mit einem Balkendiagram. Die Balken werden von rechts nach links niedriger. Über den Balken ist ein Pfeil zu sehen, der nach schräg unten geht.
Gerald/pixabay

Im 1. Quartal 2026 zeigte die regionale Handwerkskonjunktur eine minimale Verbesserung zum Vorquartal. Der Index der Geschäftslage lag bei plus 24 und damit um 2 Punkte höher als im Vorquartal. Zum Vorjahr (plus 34) zeigte sich jedoch ein deutlicher Abschwung. Sichtbar wurde dies bei den Zahlen für Beschäftigung, realen Umsatz und Erwartungen. Lediglich die Auftragsreichweiten und die Auslastung der Unternehmen stiegen saisontypisch. „Weltpolitische Einflüsse und die bereits vorhandenen Probleme kumulieren schwierige Zeiten für das Handwerk“, sagt Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle. „Eine Frühjahrsbelebung fällt in diesem Jahr aus.“

Zu den Konjunkturzahlen:

Der Geschäftslageindex im 1. Quartal des Jahres stieg marginal von plus 22 im Vorquartal auf plus 24. Das sind 10 Punkte weniger als vor einem Jahr.

Der Index der Geschäftserwartungen für das kommende Quartal wuchs auf 13 Punkte. 33 Prozent der Betriebe gehen von einer guten Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten aus, 44 Prozent von einer befriedigenden und 24 Prozent von einer Verschlechterung. Damit wird die kommende wirtschaftliche Situation deutlich schlechter gesehen als die aktuelle Lage.

Die Zahl der Beschäftigten (57.000) war im 1. Quartal 2026 nach wie vor rückläufig und lag bei 500 Personen unter dem Vorquartal. Diese Tendenz wird sich nach den Erwartungen der Betriebe fortsetzen.

Für die Monate Januar bis März 2026 sank der Umsatz deutlich um 16 Prozent. Am deutlichsten fiel dies bei den Bauhauptgewerken (Minus 24 Prozent) und den Ausbauhandwerken (minus 19 Prozent) aus. Nur das Kfz-Handwerk konnte sich dem negativen Trend entziehen. Angesichts sprunghafter Steigerungen bei den Energiepreisen, insbesondere beim Treibstoff, wird mit einer schwierigen Umsatzlage im kommenden Quartal gerechnet.

Die Auftragsreichweiten stiegen im Handwerksdurchschnitt um eineinhalb auf nunmehr durchschnittlich 8,3 Wochen. Die Steigerung im 1. Quartal entspricht dem Muster der Vorjahre.

Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe lag weitgehend stabil bei 78 Prozent (Vorquartal: 77 Prozent, Vorjahr: 80,6 Prozent).

Die Anzahl der Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle ist minimal gestiegen. Am 31. März gab es 12.775 Handwerksbetriebe, 20 mehr als drei Monate zuvor, aber 85 Betriebe weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Betriebe insgesamt ist weiter rückläufig, wenngleich sich der Rückgang verlangsamt. Noch entscheidender als dieser Rückgang ist die Strukturänderung: mehr Betriebe in den zulassungsfreien Handwerken (+152 in den letzten 12 Monaten), weniger in den zulassungspflichtigen Handwerken (-264). Die Zahl der handwerksähnlichen Betriebe veränderte sich leicht positiv (+27).

Der Konjunkturbericht im Detail

Jens Schumann
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