
Wie wollen Sie die berufliche Bildung stärken – von der Berufsorientierung über attraktive Ausbildungsbedingungen und eine nachhaltige Fachkräftegewinnung bis hin zur tatsächlichen Gleichwertigkeit mit akademischen Bildungswegen?

Für uns sind berufliche und akademische Bildung gleichwertig. Handwerk, duale Ausbildung und Meisterqualifikation sichern Wohlstand und Fachkräfte. Wir setzen auf frühe Berufsorientierung an allen Schulformen mit Praxislerntagen, Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben sowie „Unternehmer machen Schule“. Die Oberschule stärken wir mit dem 4+1-Modell. Die Standorte unserer Berufsbildende Schulen sowie Praktikums- und Meistergründungsprämie sichern wir.

Indem wir die Bildung generell stärken. Das Hauptproblem ist das sinkende Qualifikationsniveau der Schulabgänger. Unsere Absicht, den Anteil der Abiturienten durch erhöhte Maßstäbe am Gymnasium zu reduzieren, soll nicht nur das Gymnasium stärken, sondern auch Realschulen und Hauptschulen, die wir neu einführen. Parallel wollen wir den Zugang zu Hochschulen ohne Abitur stark ausbauen.

Praxisunterricht und verpflichtende Schülerpraktika machen Handwerksberufe ab der Sekundarstufe 1 erlebbar. Die Meisterqualifikation und Lernmittel für Azubis werden kostenlos. Berufsschulen statten wir modern aus, Fahrt- und Unterbringungskosten erstatten wir.

Das Landesberufsorientierungsprogramm „BRAFO – Berufswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren“ und die Praktikumsprämie werden wir fortführen und auf alle weiterführenden Schulen und Berufsgruppen ausdehnen. BRAFO ermöglicht Schülerinnen und Schülern, Berufe frühzeitig praktisch kennenzulernen und Kontakte zu Betrieben aufzubauen. Jeder junge Mensch soll ein passendes Ausbildungsangebot erhalten. Ein Ausbildungsfonds stärkt ausbildende KMU. Zudem wollen wir Zuwanderung in den Arbeitsmarkt durch unbürokratische Verfahren erleichtern.

Für die FDP ist berufliche Bildung genauso viel wert wie akademische. Berufsorientierung muss verbindlicher, früher und praktischer werden. Berufsschulen und überbetriebliche Bildungsstätten wollen wir stärken. Wir müssen mehr junge Menschen fürs Handwerk gewinnen, Weiterbildung erleichtern und Zuwanderung in den Arbeitsmarkt erleichtern.

Wir wollen Berufsschulen modernisieren, Schulsozialarbeit stärken und Berufsorientierung praxisnäher machen. Meister*innen und Fachkräfte verdienen dieselbe Anerkennung wie akademische Abschlüsse. Ausbildungsbetriebe sollen durch weniger Bürokratie und verlässliche Förderung entlastet werden. In Mangelberufen wollen wir Weiterbildung stärken und inter-nationale Fachkräfte im Land halten.

Die Berufsorientierung ist auf alle Klassen der Sekundarstufe I auszuweiten und durch frühe Praktika sowie Werkstatttage praxisnah zu gestalten. Wir setzen uns für eine Drittelfinanzierung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung, eine kostenfreie Familienversicherung für Auszubildende sowie den frühzeitigen Ausbau der Lernförderung in Deutsch und Mathematik ein.
Wie wollen Sie die Kostenbelastung für das personalintensive Handwerk begrenzen, insbesondere bei Energie, Sozialabgaben und Steuern?

Wir entlasten das Handwerk bei Energie, Steuern, Sozialabgaben und Bürokratie: mit bezahlbarer Energie, Entlastungen bei Netzentgelten, steuerlichen Entlastungen, wettbewerbsfähigen Arbeitskosten sowie weniger Nachweis-, Dokumentations- und Berichtspflichten.

Die AfD setzt auf eine grundlegende Senkung von Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten sowie auf eine Kehrtwende in der Energiepolitik. Da viele dieser Kernforderungen auf Bundesebene geregelt sind, sind in unserem Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt Landesinitiativen mit entsprechenden bundespolitischen Forderungen verknüpft.

Hohe Energiekosten treffen das Handwerk besonders hart. Wir senken die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß, reduzieren Netzentgelte und richten einen Energiefonds für Betriebe ein. Die Gewerbesteuer entwickeln wir weiter, um KMU spürbar zu entlasten. Öffentliche Aufträge vergeben wir bevorzugt lokal, um die Auftragslage direkt zu stärken.

Energiekosten sind der größte Hebel zur Entlastung. Die niedrigen Erzeugungskosten erneuerbarer Energien müssen bei den Betrieben ankommen. Die Senkung der Stromsteuer muss auf alle Unternehmen ausgeweitet, das System der Netzentgelte reformiert werden. KMU und Selbstständige dürfen steuerlich nicht stärker belastet werden als große Konzerne.

Wer arbeitet, muss mehr Netto vom Brutto behalten. Auch Überstunden müssen sich stärker lohnen. Die Betriebe brauchen bessere Abschreibungsbedingungen und eine niedrigere Unternehmenssteuerbelastung. Unser Ziel ist eine Gesamtbelastung von höchstens 25 Prozent. Bei der Energie brauchen Handwerksbetriebe zwingend wettbewerbsfähige Preise – auch hier muss die Abgabenlast sinken.

Wir wollen Strompreise senken, etwa durch niedrigere Stromsteuer, regionale Netzentgelte und den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien. Energieintensive KMU wollen wir mit einem Transformationsfonds bei mehr Energieeffizienz unterstützen. Weniger Bürokratie und mehr regionale Wertschöpfung sollen Betriebe zusätzlich entlasten.

Wir setzen uns für faire Netzentgelte nach dem Verursacherprinzip, schnelleren Netzausbau, einen breiten Energiemix und einen beschleunigten Smart-Meter-Rollout ein. Versicherungsfremde Sozialleistungen sind aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren, um Lohnnebenkosten zu senken.
Wie sichern Sie eine leistungsfähige Infrastruktur im Land, insbesondere bei Verkehr, Digitalisierung und der Erreichbarkeit von Bildungsorten?

Wir investieren in Verkehrs-, Bildungs- und Datennetze: Fertigstellung der A14, A143, Brückensanierungsplan, kommunaler Infrastruktur sowie flächendeckendem Glasfaser- und Mobilfunkausbau.

Wir werden die Verkehrsinfrastruktur weiter ausbauen und unterhalten. Ein Gesamtkonzept zur Refinanzierung soll den Investitionsstau abbauen. Wir werden eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet sicherstellen. Außerdem tritt die AfD dafür ein, wohnortnahe Schulen zu erhalten.

Der ÖPNV wird flächendeckend ausgebaut, Schienennetz und Busverbindungen erweitert und Straßen sowie Brücken gezielt instandgehalten. Berufsschulen und Betriebe müssen gut erreichbar sein, das Azubi-Ticket senkt dabei Fahrtkosten. Den Breitbandausbau treiben wir digital souverän voran, damit Betriebe und Bildungsorte zuverlässig vernetzt sind.

Für uns gilt: Erhalt vor Neubau. Die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen müssen gezielt eingesetzt werden. Den Glasfaserausbau treiben wir weiter voran. Das Netz der berufsbildenden Schulen wollen wir erhalten. Auszubildende sollen beim Deutschlandticket und beim Führerschein finanziell unterstützt werden.

Gute Straßen, schnelles Internet und funktionierende Brücken sind Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Die FDP hat in Regierungsverantwortung in dieser Legislatur geliefert: Glasfaseranschlüsse fast vervierfacht, 95 Prozent 5G-Flächenabdeckung erreicht, beim Straßenbau Rekordinvestitionen gestemmt. Wir müssen das hohe Tempo halten.

Wir wollen Straßen und Brücken sanieren, schnelles Internet flächendeckend ausbauen und Bus und Bahn stärken. Berufsschulen und Ausbildungsorte müssen erreichbar bleiben. Im IT-Bereich setzen wir stärker auf europäische Lösungen, um kritische Infrastruktur unabhängiger zu machen. Kommunen sollen finanziell besser ausgestattet werden, damit Infrastruktur nicht weiter verfällt.

Priorität haben marode Straßen, Brücken und Schienenwege sowie leistungsfähige Bus- und Bahnverbindungen. Gleichzeitig setzen wir auf einen flächendeckenden Glasfaser- und Mobilfunkausbau im ländlichen Raum. Kommunen müssen finanziell entlastet und schrittweise schuldenfrei gestellt werden.
Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um Bürokratie abzubauen, Verfahren zu beschleunigen und Verwaltungshandeln praxisnäher zu gestalten – ohne Handwerker unter Generalverdacht zu stellen?

Wir wollen eine Verwaltung, die ermöglicht statt verhindert: weniger Auflagen, Berichtspflichten und Doppelprüfungen, schnellere digitale Verfahren aus einer Hand sowie ein einfacheres Vergaberecht. Kontrollen sollen risikoorientiert, verhältnismäßig und nachvollziehbar erfolgen. Diese sowie weitere das Handwerk betreffende Maßnahmen sind im Regierungsprogramm der CDU Sachsen-Anhalt enthalten, das auf der Webseite www.cdulsa.de unter dem Punkt Landtagswahl 2026 zu finden ist.

Handwerker werden unsererseits ausdrücklich nicht unter Generalverdacht gestellt, sondern als Leistungsträger und wesentlicher Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft gewürdigt. Statt auf Kontrolle setzen wir auf Vertrauensschutz und unternehmerische Freiheit. Der bürokratische Druck und die finanzielle Belastung für Handwerksbetriebe soll spürbar reduziert werden, indem alle überflüssigen Regeln entfernt werden.

Zu viele Formulare, zu viele Programme, zu wenig Zeit – das andern wir. Verwaltungsprozesse werden systematisch geprüft, wir automatisieren Routineprüfungen und übernehmen Bewährtes aus anderen Ländern. Betriebe begleiten wir mit echter Beratung zum passenden Förderprogramm. Vertrauen statt Verdacht: Kontrollen müssen verhältnismäßig und transparent sein.

Daten und Nachweise sollen nur einmal digital eingereicht werden. Prüfungen sollen stärker risikoorientiert erfolgen, Genehmigungsfiktionen häufiger genutzt werden. Wir prüfen Landesrecht auf unnötige Doppelregelungen und wollen zusätzliche Belastungen durch sogenanntes Gold Plating von EU-Vorgaben vermeiden.

Wir wollen eine Verwaltung, die ermöglicht statt ständig misstraut. Daten, die der Staat schon hat, fragt er nicht nochmal ab. Neue Gesetze werden künftig vorab auf Bürokratieaufwand geprüft. Das Vergaberecht hat die Deutschlandkoalition bereits deutlich vereinfacht. Aber wir sind auch hier noch längst nicht fertig.

Handwerksbetriebe brauchen eine Verwaltung, die unterstützt statt ausbremst. Deshalb wollen wir Genehmigungen beschleunigen, Verfahren digitalisieren und Zuständigkeiten vereinfachen. Praxis-Checks mit allen Beteiligten sollen unnötige Bürokratie abbauen. Statt Misstrauen und Kontrolldruck setzen wir stärker auf Beratung und Unterstützung für Betriebe, die ausbilden und anpacken.

Wir setzen uns für vollständig digitale Baugenehmigungen mit Grünstempel, digitale Fahrzeugzulassungen und ein landesweites Unternehmensportal ein, um Mehrfachmeldungen zu vermeiden.
Weitere Informationen
Lesen Sie die Forderungen des Handwerks zur Landtagswahl 2026: