Überbetriebliche Lehrausbildung SHK-Azubis treffen auf Elektrotechnik

In der überbetrieblichen Lehrausbildung für Anlagenmechaniker zeigt sich die fortschreitende Verzahnung von Elektro- und SHK-Technik.

Zwei Personen prüfen mit einem Messgerät eine geöffnete Elektroinstallation an einer Wand mit sichtbaren Leitungen und Schaltern. Eine Person hält die Messsonde an ein Bauteil, während die andere daneben steht und zusieht.
SHK-Azubi Dean Keppe (l., 3. Lehrjahr) führt unter Anleitung von Elektro-Ausbilder Mathias Faust sicherheitsrelevante Messungen durch, wie sie während der Inbetriebnahme einer elektrischen Anlage notwendig sind. / Foto: Handwerkskammer Halle / Tobias Kirchner

In der Gebäudetechnik wachsen die Gewerke SHK- und Elektrotechnik zunehmend zusammen. Anforderungen haben sich durch Wärmepumpen, Regelungstechnik und digitale Anlagen deutlich erhöht. „Auch im SHK-Handwerk geht es inzwischen fast nicht mehr ohne Strom und Spannung“, erklärt Mathias Faust, Ausbilder für Elektrotechnik. „Wärmepumpen, Hebeanlagen und weitere Systeme müssen angeschlossen werden. Entsprechend müssen die Azubis lernen, wie diese Komponenten fachgerecht installiert werden.“ Die überbetrieblichen Lehrgänge wurden daher gemeinsam vom Heinz-Piest-Institut und den Fachverbänden überarbeitet. Seit 2025 werden die neuen Fachkurse am Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) umgesetzt.

Im Lehrgang für elektrische Baugruppen und Komponenten in versorgungstechnischen Anlagen und Systemen lernen die Azubis die Verdrahtung elektrischer Anlagen sowie Schutzkomponenten wie FI- und Leitungsschutzschalter kennen, schneiden Kabelkanäle zu und üben Verlegetechniken. So entsteht schließlich eine Montageplatte mit einer Unterverteilung, Steckdosen, Schaltern und Lampen. Zum Abschluss wird die Anlage geprüft, unter anderem durch eine Sichtkontrolle sowie das Messen von Schutzleiter- und Isolationswiderständen.

„Die Azubis lernen die wesentlichen Merkmale einer elektrischen Anlage kennen. Am Ende der Arbeiten steht immer die Inbetriebnahme“, so Mathias Faust. „Dabei geht es auch darum, Gesetzmäßigkeiten und Normen richtig anzuwenden und zu wissen, worauf bei der Inbetriebnahme zu achten ist.“ Das ist dann auch auf den späteren Berufsalltag übertragbar, beim Anschließen elektrischer Anlagen und Geräten wie Wärmepumpen, Förder- oder Hebeanlagen. „Dabei geht es immer darum, die elektrische Sicherheit zu gewährleisten.“

Auch Dean Keppe, Auszubildender im dritten Lehrjahr, ist begeistert. „Grundsätzlich braucht jede Anlage erstmal Strom. Gerade weil wir auch Pumpen oder Steuerungen anschließen müssen, ist die Elektroausbildung für mich als Anlagenmechaniker extrem wichtig“, erzählt der 19-Jährige. „Dadurch, dass vieles moderner wird und durch spätere Smart-Home-Anwendungen gehört das einfach zur Entwicklung im Handwerk dazu.“

Die Förderung der überbetrieblichen Lehrgänge erfolgt durch den Europäischen Sozialfonds Plus Sachsen-Anhalt (2021–2027) sowie durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

 Informationen zur Überbetrieblichen Lehrausbildung