Beste Meister 2024 Victoria Spielau

Victoria Spielau aus Dessau-Roßlau ist die beste Maler- und Lackierermeisterin 2024. Die heute 34-Jährige hatte beruflich eigentlich andere Pläne, bis sie einen Ferienjob im Malerfachbetrieb ihres Vaters machte.

Was war als Kind Ihr Traumberuf?

Ich wollte eigentlich Kindererzieherin werden und hatte nach der 10. Klasse auch schon eine Ausbildung sicher. Mein Papa führt in Dessau den Malerfachbetrieb Gebhardt. Er bot mir damals im Sommer einen Ferienjob an. Der hat mir so gut gefallen, dass ich meine Pläne kurzfristig geändert und bei ihm eine Ausbildung als Malerin und Lackiererin begonnen habe.      

Warum ist Malerin und Lackiererin genau der richtige Beruf für Sie?

Ich bin sehr kreativ. Außerdem finde ich es toll, wenn aus Nichts etwas entsteht oder wenn ich aus alten Dingen neue gestalten kann. Dazu kommt, dass ich gern mit Menschen zusammen bin und mich freue, wenn die Kunden am Ende eines Auftrags glücklich sind mit dem, was wir geschaffen haben. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken gefällt mir an meinem Beruf.

„Ich finde es toll, wenn aus Nichts etwas entsteht oder wenn ich aus alten Dingen neue gestalten kann.“

Victoria Spielau

Weshalb haben Sie sich für die Meisterausbildung entschieden?

Schon als ich mich für die Ausbildung entschieden habe, war klar, dass ich den Betrieb einmal von meinem Papa übernehmen, und somit auch meinen Meister machen werde.

Was hat Ihnen besonders an Ihrer Zeit in der Meisterschule gefallen?

Das Team der Ausbilder war super. Man hat gemerkt, dass sie wirklich ausbilden möchten. Auch der Kontakt zu den anderen Meisterschülern ist weiterhin da. Es war eine stressige, aber trotzdem richtig schöne Zeit.

Welche Herausforderungen mussten Sie während Ihrer Meisterausbildung meistern?

Es gab eine große Herausforderung bei der Prüfung: Trockenbau mit Gipskarton. Das hatte ich vorher noch nie gemacht und es fiel mir deshalb wirklich schwer.

Gibt es ein berufliches Projekt oder eine Arbeit, auf die Sie besonders stolz sind?

Ich bin besonders stolz auf mein eigenes Haus. Es war schon immer mein Traum, ein altes Haus nach meinen Wünschen neu zu gestalten, und diesen Wunsch habe ich mir mit einem Vierseitenhof erfüllt.

Was macht für Sie einen guten Meister aus?

Vorstellungskraft, Flexibilität und Geschick.

Gab es seit Ihrer Meisterausbildung neue Aufgaben oder Verantwortlichkeiten für Sie in Ihrem Unternehmen?

Neu ist, dass ich den Kollegen Techniken beibringe, die ich in der Meisterschule erlernt habe. Außerdem bilde ich mit aus und unterstütze die Azubis bei ihrer Prüfungsvorbereitung. Ansonsten hat sich nicht viel verändert. Ich war schon vorher hauptsächlich im Büro oder bei den Kunden. Auf der Baustelle bin ich eigentlich nur noch, wenn es mal brennt.

Ein Blick in die Glaskugel: Wo sehen Sie sich beruflich in zehn Jahren?

Ich sehe mich in zehn Jahren immer noch hier im Betrieb. Ich hoffe, dass sich bis dahin auf politischer Ebene einiges zum Positiven ändern wird – dass wir keinen Krieg mehr haben, sich die Wirtschaft stabilisiert und sich die Auftragslage bessert.

Wem wollen Sie für die Unterstützung während der Meisterschule danken?

Auf jeden Fall meinem Papa sowie Christian, Lisa und Elke.