
Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle und Maler- und SHK-Meister Lars Zängler aus Holzweißig stellten aktuelle Konjunkturzahlen und die Stimmung des regionalen Handwerks vor.
„Die erforderlichen politischen Impulse, die zu einer Besserung führen könnten, sind nach wie vor nicht abzusehen“, sagt Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle. Gegenwärtig fehlt das Vertrauen in die Bundespolitik, dass diese den Ernst der Lage erkennt und durch Wirtschafts- und Investitionsfreundlichkeit entschieden gegensteuert. „Aus Sicht vieler Betriebe wird überwiegend kleinteilige Regulierung betrieben und Aktionismus statt langfristiger Lösungen bevorzugt“.
Zu den Konjunkturzahlen:
Der Index der Geschäftslage für das Handwerk im Kammerbezirk Halle lag im 3. Quartal 2026 mit einem Wert von plus 21 um einen Punkt höher als im Vorquartal und auf demselben Niveau wie vor einem Jahr.
Der Index der Geschäftserwartungen für das kommende Quartal schwächte sich auf minus 19 Punkte ab und lag damit 10 Punkte unter dem Vorquartalswert. Erneut erwarten nur 5 Prozent der Betriebe eine bessere Geschäftsentwicklung für das 4. Quartal.
Die Zahl der Beschäftigten (56.500) sank im 3. Quartal 2026 um 500. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 1.500 Personen. Es ist einzuschätzen, dass der Schwund insbesondere auf einer veränderten Handwerksstruktur (mehr kleine oder Ein-Personen-Betriebe) beruht. Am ungünstigsten war die Beschäftigungsentwicklung in den Handwerken für den personenbezogenen Bedarf.
Für die Monate Juli bis September 2026 meldeten 32 Prozent der Betriebe steigende, 43 Prozent sinkende Umsätze. Der nominale Umsatz sank um 8 Prozent, nach einem Zuwachs im Vorquartal (17 Prozent). Rückgänge gab es in allen Gewerkegruppen. Diese lagen zwischen minus 2 in den personenbezogenen Handwerken und minus 14 Prozent in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Gerade einzelne (größere) Zulieferbetriebe meldeten größere Einbrüche und sind somit für den Rückgang verantwortlich.
Die Auftragsreichweiten sanken durchschnittlich um 1,1 auf 6,6 Wochen. Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe sank leicht auf 79 Prozent (Vorjahr: 80 Prozent).
Die Anzahl der Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle stieg zum 30. September auf 12.882. Das waren 3 weniger als im Vorjahr und 61 mehr als im Vorquartal. Die Zahl der Betriebe in zulassungspflichtigen Handwerken ging um 215 auf 8.709 zurück, in den zulassungsfreien Handwerken stieg sie um 173 auf 2.882 und in den handwerksähnlichen Betrieben um 39 auf 1.291.
In einer Zusatzumfrage zur Betriebsnachfolge im Handwerk meldeten 14 Prozent aller Betriebe eine geplante Übergabe in den nächsten drei und weitere 17 Prozent in den nächsten vier bis sieben Jahren. Zugleich gehen 16 Prozent der Betriebe von einer Betriebsschließung in den genannten Zeiträumen aus. In 53 Prozent aller Betriebe steht das Thema noch nicht auf der Tagesordnung. Für 61 Prozent der Betriebe, die eine Übergabe planen, soll diese familienintern erfolgen, 12 Prozent wollen an Mitarbeiter übergeben. Eine Weitergabe an Dritte ist nur in Einzelfällen geplant.