Presseinformation Handwerk fordert Senkung der Ausgaben 

Strukturelle Änderungen bei der Sozialversicherung sind dringend nötig. Doch es passiert zu wenig, kritisiert die Handwerkskammer Halle.

Holzstempel mit der Aufschrift „Sozialversicherung“ liegt auf einem Formular mit Zahlenangaben, daneben befindet sich ein Kugelschreiber.
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„Seit Jahren weisen wir auf die Notwendigkeit struktureller Änderungen bei den Sozialversicherungen hin – passiert ist zu wenig“, bemerkt der Präsident der Handwerkskammer Halle, Thomas Keindorf, in Hinblick auf aktuelle Entwicklungen.

Nach Jahren der Wirtschaftskrise und angesichts der demografischen Entwicklung öffne sich die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen immer mehr: Die Rentenversicherung prognostiziert für 2028 eine Beitragserhöhung um über einen Prozentpunkt. Die Bundesagentur für Arbeit steht vor einem Fehlbetrag von knapp 10 Milliarden Euro. Die geplanten Einsparungen bei den Krankenversicherungen, über die verhandelt wird, werden das Problem ebenfalls nicht lösen.

Gleichzeitig ist die Belastung der Arbeitnehmer und Unternehmer schon jetzt zu groß.

Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle

„Angesichts dieser Hiobsbotschaften sind schnell wirksame grundlegende Änderungen unvermeidbar. Gleichzeitig ist die Belastung der Arbeitnehmer und Unternehmer schon jetzt zu groß, die früher versprochenen 40 Prozent Sozialabgaben als Grenze sind schon länger überschritten. Die notwendigen Reformen dürfen nicht die wirtschaftliche Tätigkeit abwürgen, Unternehmen zur Stilllegung und Arbeitnehmer zur Schwarzarbeit animieren“, erklärt Keindorf. Es müsse deshalb an den Ausgaben angesetzt werden. Nicht alles, was wünschenswert ist, sei auch finanzierbar. „Dazu gehört auch, beitragsfremde Leistungen vollständig durch den Bund zu finanzieren“, forderte Keindorf.